Die Geschichte Mallorcas

 

Palacios, Casas de Campo und Fincas

Die Geschichte Mallorcas ist geprägt von Misstrauen und Konkurrenz zwischen der Stadt und dem Land.

Historisch fand dieses Ungleichgewicht seinen Höhepunkt in den Bauernaufständen des 15. Jhs., als

die Landbevölkerung durch eine Unterbrechung der Versorgung u.a. mit Wasser die Herren in Palma zwang,

die Stadttore zu öffnen.

Diese tiefen, über Jahrhunderte gewachsene Strukturen, die sich in Architektur, Haltung, Bräuchen und täglichem 

Leben manifestieren, wurden unterstützt durch eine Erbrechtspraxis, die seit Anfang der 50er Jahre vor. Jhds. zu

einer bis heute andauernden Störung bei der Gewichtung zwischen Stadt und Land führte.

Die unwirtschaftlichen, rauhen und mit Meersalz belasteten Grundstücke in Küstennähe und die Strände, 

unnütze Anhängsel der großen landwirtschaftlichen Latifunien - wie man glaubte -, wurden zur Goldgrube für

die Erben, die ursprünglich nicht so großzügig bedacht werden sollten.

An den Küsten entstanden die neuen Paläste, und die Erben dieser Grundstücke, bzw. die Schmuggler, die 

Küstengrundstücke erwarben, um hier ihre Schmuggelware anzulanden, oder auch Spekulanten bildeten

eine neue, prosperierende Gesellschaftsklasse: Tourismusunternehmer und Hoteliers.

Diese Entwicklung besiegelte endgültig das Schicksal der Nachfahren katalanischer Edelleute, die einst

die Insel von den Mauren befreit und das Land weitgehend unter sich aufgeteilt hatten: Ladifundisten,

die Bauern in abhängiger Arbeit auf ihren Anwesen hielten, in deren Mitte die casa senorial als Dependance 

eines palacio de Ciutat (Palma) stand. Diese Edelleute, gut zwei Dutzend Familien, die fast die gesamte Macht

auf der Insel präsentierten, trafen sich zunehmend ratloser in ihrem Circulo Mallorquin (eine Art Ratsitz der Edlen),

den sie auf der geschliffenen Medina Mayurka errichtet und durch dessen  Bau sie, ebenso wie durch die 

Erbauung der restlichen Oberstadt, die maurischen Spuren - bis auf wenige - vernichtet hatten.

Diese Edelleute waren nun in der unangenehmen Lage, sich für eine der beiden casas senorales, die auf

dem Land oder in der Stadt, zu entscheiden, denn zum Unterhalt beider Sitze würde das Vermögen nicht mehr

reichen. Zunächst mußten sie ihren Circulo Mallarquin verkaufen, er beherbergt heute das Parlament Balear

der Inselregierung und ein gutes Restaurant  "Es Parlament" (Can Bernat).

Einige Repräsentanten des mallorquinischen Blut- und Geldadels zogen also hinaus aufs Land und überließen

die casas senorales und palacios ihrem Schicksal (in der Regel dem Verfall) . Das Land und die Landwirtschaft

wurde so etwas wie ein Rettungsanker, um wenigstens das Überleben zu sichern und sich wehmütig an die

alten Zeiten zu erinnern - Zeiten, in denen aus ihren Kreisen Vizekönige gewählt wurden. Andere, stolzere oder

uneinsichtigere "Edle", blieben in ihren palacios oder casas senorales in der Stadt; sie verpachteten oder

verkauften im äußersten Notfall ihre Ländereien und versuchten so zu überleben.

Es gab selbst im 20. Jh. noch Familien in Palma, die seit nunmehr gut 100 Jahren von nichts anderem leben

als vom Verkauf des Grundbesitzes ihrer Vorfahren, der König Jaime I bei der Eroberung Mallorcas begleitet

hatte, als Kriegsbeute zugeteilt bekommen hatte; das war vor gut 500 Jahren!

Nun hat diese Entwicklung zunächst einmal einige Vorteile, die der Besucher Palmas in Augenschein nehmen

kann; nämlich einen der besterhaltenen historischen Stadtkerne des Mittelmeerraumes und Europa, Paläste,

Stadthäuser, Arkaden, und Bäder aus den verschiedensten Epochen, wie sie kaum noch an anderer Stelle

existieren. Dies ist so gesehen den Mitgliedern des Circulo Mallorquin zu verdanken, die die Zeit mehr als 

einmal verschlafen hatten, so daß am Ende keinerlei Geld für Sanierungskonzepte vorhanden war.

Foravila - also vor der Stadt - standen auf den enormen Landgütern je eine große casa senorial und viele 

mehr oder weniger große casas de campo auf dem großen Grundstück verteilt, wo die Bauern zum Teil

mit dem Vieh wohnten, das Land bearbeiteten und die casa senorial in Ordnung hielten für den Tag, an dem

die Herrschaften aus Palma anreisten, was zunächst selten genug war, aber mit zunehmender Krise immer

öfter vorkam. Da es für die casas senoriales - sei es auf dem Land oder in der Stadt - nach dem Zweiten

Weltkrieg keinerlei Kaufinteressenten gab (die 1.000 und mehr Quadratmeter eines solchen Hauses waren

in der nun angebrochenen, neuen Zeit völlig unwirtschaftlich geworden), blieb dem verarmten Adel nichts 

übrig, als ihre Landgüter ganz oder teilweise zu verpachten oder zu verkaufen.

Es bildete sich also ein neuer Landadel, der sich einerseits aus den "edlen" Stadtflüchtigen, vor allem 

jedoch aus mittelständigen Landwirten und Kornmühlenbesitzern zusammensetzte. Diese sahen den neuen

Zeiten mit zunehmend gefüllten Säckel entgegen, sei es als Züchter oder als Exporteure des gefragten

schwarzen Schweins (porc negre), dessen Verschiffung auf das spanische und französische Festland schon

im 19. Jh. zu den ersten regelmäßigen Schiffsverbindungen und somit indirekt zum Beginn des 

Massentourismus führte, wenn auch die Touristen hier zunächst Passagiere zweiter Klasse zu sein schienen

(wie Georg Sand in ihrem Buch "Ein Winter auf Mallorca" beschreibt).

So sind die casas de campo bzw. posesionen, die Windmühlen (molinos) und die Fincas rusticas das

eigentliche Rückrat Mallorcas, und immer wieder, wenn es zu einer Krise kommt, besinnt sich der

Mallorquin auf die Wurzeln, die im Landesinneren liegen und die schließlich das Charakteristische der

Insel ausmachen.

Dies alles als Hintergrund für die Frage, die die Menschen wohl am häufigsten stellen, nämlich, warum

bestimmte Häuser leer stehen, nicht bewirtschaftet werden oder verfallen. Keine dieser Tatsachen wäre

für einen Mallorquiner ein Grund, eine posesion zu verkaufen. Das Land wird als der Notgroschen

verstanden, und die erste Tourismuskrise der 1990er Jahre hat sofort zu einer Rückkehr aufs Land der

Vorväter geführt; viele Schollen, die Jahrzehnte lang unbearbeitet blieben, werden jetzt wieder gepflügt.

Was diese Strukturen für die Küche Mallorcas bedeuteten, ist ebenfalls eindeutig: durch die enge

Bindung des palacio (in der Stadt) an die casa senorial (auf dem Land) derselben Familie, wurden in

der Stadt die Feldfrüchte des campo, der Latifundie, verzehrt, und die Köchin oder Zugehfrau war in der

Regel die Tochter der Familie, die den landwirtschaftlichen Betrieb der casa senorial für die

Herrschaften bewirtschafteten. Eines der ältesten Kochbücher Mallorcas, die am Ende des 19.Jh.s von

Mado Coloma aus Campos herausgegebene Rezeptsammlung, beschreibt in den Begleittexten

exakt das Leben einer Köchin und Zugehfrau während dieser Zeit.

 

Dank an: Ayuntamiento de Campos, de Llucmajor, de la Pueblo, de Palma

                 Conselleria de Agricultura, de Cultura, de Turismo

                 Consell Insular de Mallorca

                 Govern Balear

                 Universitat de Illes Balears

                 Colegio de Arquitectos

                 

 Der Palau March - ein obligatorischer Stopp auf dem kulturellen Rundgang durch Palma de Mallorca

Der Palau March liegt im historischen Stadtzentrum zwischen der Strasse Calle Conquistador und den Stufen der

Kathedrale. Der Haupteingang befindet sich zur Strasse Calle Palau Reial hin. Errichtet wurde das Gebäude zwischen

1939 und 1945 auf Anweisung der mallorquinischen Financiers Joan March Ordinas.

Der Palast belegt eine Fläche von 1.500 qm. Innerhalb des ehemaligen Klosters von Santa Domingo.

Heute hat die Stiftung Fundacion March hier ihren Sitz. Das Gebäude beherbergt ein Museum, ein Auditorium, eine

Bibliothek, die seit 1970 zum Teil für die Öffentlichkeit zugänglich ist und eine Cafeteria.

Das Museum zeigt Wechselausstellungen und eine Dauerausstellung mit zeitgenössischen Skulpturen, welche der

Gönner Bartolomé March Servera, jüngster Sohn des Gründers, einst im Turm Cega de Cala Rajada aufbewahrte.

Sie enthält unter anderem Werke von Henry Moore, Chillida, Berrocal und Alfaro.

Unter den auf dem Gelände ausgestellten Kunstwerken ragt die berühmte neapolitanische Krippe aus dem

18 Jahrhundert heraus, ein wunderschönes Werk, die nicht nur die Geburt Jesuskindes darstellt, sondern auch eine

Szene aus dem damaligen Alltag mit vielen menschlichen Figuren, Tieren und kleinen Details, die ein eindrucksvolles

Gesamtkunstwerk ergeben, welches die Besucher in Staunen versetzt.

Die Bibliothek der Stiftung ist auf Themen der Balearen spezialisiert und verfügt über Bibliothekarische Bestände

und Dokumente, die vom 16. Jahrhundert bis in die heutige Zeit reichen. Sie enthält mehr als 2.000 Manuskripte

(Kodexe und Autogrammserien), 60.000 Buchbände, Zeitungen, Broschüren und andere Drucksachen.

Das Auditorium bietet ein Programm aus Kammerkonzerten und Musikreihen mit zeitgenössischer Musik an.

Letztere sind verschiedenen Komponisten gewidmet. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei!

 

 Produkte Mallorcas

Die Olivenöle Solivellas und Oli s´illa, die Intensität und der Geschmack Mallorcas

Die beiden Olivenöle Virgin Extra Solivellas und Oli s´illa tragen die Herkunftsbezeichnung " Origen Oli de Mallorca".

Diese ausgewogenen Produkte bewahren ihren intensiven Geschmack und sind somit eine wahre Gaumenfreude.

Die Familie Solivellas widmet sich auf dem Landgut Es Guinyent, das sich in priviligierter Lage in Alcudia im Norden

von Mallorca in unmittelbarer Nähe zum Meer und der Sierra de Tramuntana befindet, der Ernte und Zubereitung des 

Öles.

Über das Grundstück mit seinem roten. kalkhaltigen Ercboden weht stets eine frische Meeresbrise.

Der Herstellungsprozess basiert auf einer limitierten Produktion und einer frühzeitigen Ernte der Oliven, wodurch das

Olivenöl deinen intensiven Geschmack erhält. 

Wie uns Sebastià Solivellas erklärte, werden pro Saison 50.000 Flaschen Solivellas und Oli s´illa Olivenöl hergestellt.

80% davon werden in Spanien, hauprsächlich auf den Balearen konsumiert. 20% werden vor allem in mitteleuropäische 

Länder und jüngst auch nach Skandinavien und Kanada exportiert.

Durch die Auflagen hinsichtlich der Herkunftsbezeichnung wird sichergestellt, dass das Öl auf Mallorca produziert

wurde. 

Die geographischen Gegebenheiten der Insel bieten die besten Voraussetzungen für die Herstellung von Produkten

von ausgezeichneter Qualität.

 Diese Marke trägt dazu bei, Mallorca als touristisches Ziel bekannter zu machen, ein Aspekt, dem die Familie Solivellas

besondere Bedeutung beimisst.

"Es ist wichtig, auf die Verbindung zwischen den Agrarnahrungsmitteln und der Erhaltung der Landhäuser 

hinzuweisen, zumal der Konsum lokaler Produkte zur Erhaltung und zum Schutz der mallorquinischen Landschaft

beiträgt und eine zunehmend wichtigere Rolle in der Tourismusbranche spielt", so Solivellas.

 

Der Frühling und der Herbst - die idealen Jahreszeiten für Fachmessen

Die Gemeinden lassen den Köstlichkeiten aus der Region, wie z.B. der "Llampuga" (Goldmakrele), den Oliven, dem 

"Gerret" (Centracanthidae), den Kürbissen und dem Wein den Vortritt.

Der Frühling und der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um Mallorca von seiner gastronomischen, kulturellen und kunsthandwerklichen Seite kennen zu lernen, die in vielen verschiedenen Messen zur Schau gestellt wird. 

Besonders nennenswert sind Veranstaltungen wie die "Mostra de la Llampuga", die der Goldmakrele zu Ehren vom 

09. bis 11. Oktober in Cala Rajada stattfindet. Sie zieht jedes Jahr tausende von Besuchern an, welchen mehrere

Tonnen dieses berühmten mallorquinischen Fisches kredenzt werden.

Die Messe "Fira de Tardor i del Vi" wiederum, auf der Weinprobenseminare und Besuche zu den bedeutensten

Weinbergen der Gemeinde angeboten werden, findet am 25. Oktober statt.

In Felanitx macht die "Fira del Pebre Bord" einen alten Namen Ehre, den die esse schon trug, als sie noch dazu 

diente, den Anwohnern des Landkreises pebre bord (dtsch. süße Paprikaschote) zu liefern, die bei der 

Herstellung der Sobrassada benutzt wurden.

Am 15. November wird in Muro die "Fira de Sa Carabassa" ausgetragen. In verschiedenen Wettbewerben werden

die größten und kleinsten Kürbisse prämiert. Außerdem sind kunsthandwerkliche Ausstellungen und eine Schau

alter Feldwerkzeuge geboten. Bei der "Fira de s´Oliva" in Caimari die Prodagonisten. Es werden tafones

(Ölpressen) und trencadors d´ametlles (Mandelmühlen) ausgestellt und Verkostungen von Olivenölen und 

anderen Olivenprodukten organisiert.

Au der "Fira de l´Oli i del Gerret de Soller" werden hochwertige Produkte aus der Region zusammengetragen

und eine Vielzahl von Restaurant hält hunderte Portionen für die Besucher zur Probe bereit.

In Santa Maria organisiert die Stadtverwaltung zusammen mit den verschiedenen Weinkellereien der Stadt

die "Festa del Vi Novell"

Die "Fira de Sa Mel" (Honigmesse), eine große Messe, die sich der Welt der Bienen widmet, wird am letzten

Sonntag des Monats in Llubi veranstaltet. Manacor de la Vall bildet das Schlusslicht im Kalender mir der 

Pilzmesse "Fira del Esclata-sang i de la Muntanya".